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Welche Stärken sollte eine Führungskraft haben?

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Kernbotschaft:

Es gibt unzählige Artikel und Beiträge, die uns eine feste Liste von Stärken vorgeben, die eine Führungskraft aufweisen sollte. 

Diese Listen sind häufig gefüllt mit klassischen Fähigkeiten wie Kommunikationsgeschick, Emotionale Intelligenz, Entscheidungsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Delegationsvermögen und strategisches Denken. Auch wenn solche Listen gelegentlich erweitert und variiert werden, bleibt der Grundgedanke oft unverändert.

Welche Stärken sollte eine Führungskraft haben?

Jedoch stellt sich die Frage, ob wirklich eine festgelegte Liste von Stärken den Erfolg einer Führungskraft garantiert. Sollten wir uns tatsächlich an einer standardisierten Schablone orientieren? Der Anschein könnte leicht täuschen: Hier sind sechs Eigenschaften und wenn du diese erfüllst, wirst du eine gute Führungskraft. Aber das greift zu kurz.

In einer Ära, in der Organisationen und Teams immer diverser und komplexer werden, ist es sinnvoll, genauer hinzusehen und den eindimensionalen Ansatz beiseitezulegen. Die Antwort mag unbequem sein, denn sie verlangt nach Selbstreflexion und einem tieferen Verständnis von uns selbst. Ein Prozess, der vielen Menschen schwerfällt, da wir uns dabei auch mit unseren Schattenseiten konfrontieren müssen. Persönliche Weiterentwicklung erfordert Anstrengung und die Bereitschaft, über den eigenen Schatten zu springen.

„Das Geheimnis einer erfolgreichen Führungskraft liegt in der Anerkennung und Nutzung der eigenen Stärken.“

Authentisches Führen durch eigene Stärken

Jeder von uns hat eine individuelle Mischung aus Stärken, unser persönliches Stärkenprofil. Oft haben wir jedoch verlernt, auf unsere Stärken zu vertrauen und diese weiter auszubauen. Stattdessen vergleichen wir uns mit anderen und versuchen, ihre Stärken nachzuahmen. Das Resultat ist oft, dass wir unser volles Potenzial nicht ausschöpfen und uns erschöpft und unzufrieden fühlen. Denn wenn wir uns nicht auf unsere eigenen Stärken konzentrieren, werden wir nie so erfolgreich sein wie diejenigen, die das tun.

Unsere Stärken machen uns nicht nur einzigartig, sondern ermöglichen es uns auch, erfolgreich zu sein und Zufriedenheit in unserem privaten und beruflichen Leben zu finden. Für Führungskräfte ist es entscheidend, diese individuellen Stärken zu erkennen und zu nutzen. Wenn wir auf unsere eigenen Stärken setzen, führen wir authentisch, selbstbewusst und effektiv.

Die Folgen der Ignoranz eigener Stärken

In meiner Arbeit begegnen mir viele Führungskräfte. Diejenigen, die ihre Stärken erkennen und nutzen, führen auf natürliche und mühelose Weise. Sie inspirieren und sind Vorbilder für ihr Team und andere Führungskräfte.

Hierbei lauert jedoch eine Gefahr. Anstatt sich selbst als Vorbild zu nehmen und eigene Stärken zu entdecken und zu stärken, versuchen viele, erfolgreiche Führungskräfte zu imitieren und sich deren Stärken anzueignen.

Das ist ein fataler Fehler, der dazu führt, dass wir immer nur Durchschnitt bleiben und unser Potenzial nicht ausschöpfen können. Darüber hinaus verlieren wir unsere Leichtigkeit, und unser Handeln wirkt weniger natürlich und mühelos.

Diese Situation lässt sich mit einem Adler vergleichen, der versucht, wie eine Ente zu schwimmen. Trotz großer Anstrengungen wird der Adler nie so gut schwimmen können wie die Ente. Aber sobald er seine Flügel ausbreitet und fliegt, entfaltet er seine wahren Stärken und übertrifft die Ente bei weitem.

Albert Einstein hat einen sehr treffenden Satz dazu gesagt: 

„Jeder ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf Bäume klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.“

Es geht auch um unsere eigene Selbsteinschätzung. Wenn wir uns ständig mit den Stärken anderer vergleichen, werden wir uns immer als schwach empfinden.

Beispiel: Kreativität und Wiederverwendung​

Für ein verständlicheres Veranschaulichen dieser Thematik möchte ich das anhand der Stärkenpartner ‚Kreativität‘ und ‚Wiederverwendung‘ darstellen. Führungskräfte, mit der Stärke ‚Kreativität‘, sind leidenschaftliche Ideenschöpfer. In Meetings greifen sie oft zum Stift, um ihre Gedanken auf Whiteboards oder Papier zu manifestieren. Sie zeichnen sich dadurch aus, innovative Konzepte zu entwickeln und ein leeres Blatt Papier mit neuen Ideen zu füllen. 

Auf der anderen Seite stehen Führungskräfte mit der Stärke ‚Wiederverwendung‘. Sie sind überfordert, wenn sie aus dem Nichts Neues schaffen müssen. Ihre Stärke liegt in der Modifikation des Bestehenden. Sie nehmen bestehende Vorlagen oder Texte und formen diese in kürzester Zeit zum gewünschten Zielzustand um. Hier wäre wiederum die Führungskraft mit der Stärke ‚Kreativität‘ in Ihrer Denkweise blockiert.

Es wird deutlich, warum diese beiden Stärken binär zueinander stehen und Partner sind. Beide Stärken generieren Neues, allerdings auf völlig unterschiedliche Weise. Wenn ich versuche, eine Führungskraft mit der Stärke ‚Kreativität‘ zu imitieren, aber selbst die Stärke Wiederverwendung besitze, führt diese Nachahmung zu Frustration, Unzufriedenheit und einem Gefühl der Inkompetenz.

Beispiel: Leichtigkeit und Gewissenhaftigkeit​

Die Stärkenpartner ‚Leichtigkeit‘ und ‚Gewissenhaftigkeit‘ liefern ein weiteres instruktives Beispiel. Eine Führungskraft, die die Stärke ‚Leichtigkeit‘ besitzt, folgt dem Pareto-Prinzip. Sie akzeptiert, dass nicht alles zu 100 Prozent perfekt sein muss und nähert sich Aufgaben oft zunächst nur oberflächlich, um zu sehen, wie sie sich entwickeln. Im Gegensatz dazu fokussiert eine Führungskraft mit der Stärke ‚Gewissenhaftigkeit‘ auf eine präzise und idealerweise 100-prozentige Erledigung der Arbeit. Sie gilt als zuverlässig und zeichnet sich durch ein hohes Verantwortungsbewusstsein und die Genauigkeit ihrer Arbeit aus.

Auch hier haben beide Führungskräfte ihre individuellen Stärken und würden unglücklich werden, wenn sie versuchten, die Arbeitsweise des jeweils anderen zu imitieren

Fazit:

Also, welche Stärken sollte eine Führungskraft haben? Die Antwort ist: Ihre eigenen. Es geht nicht darum, einer vorgegebenen Liste von Fähigkeiten zu entsprechen, sondern darum, die eigenen, einzigartigen Stärken zu identifizieren und zu nutzen. Nur so kann man wirklich effektiv führen und das volle Potenzial entfalten. Ich kann nur jeder Führungskraft ans Herz legen, sich die Zeit zu nehmen, die eigenen Stärken zu erkennen und zu fördern. Sowohl das Unternehmen, das Team als auch die Führungskraft selbst werden davon profitieren.

Wenn Sie mehr über Ihre Stärken erfahren möchten, klicken Sie hier, um Ihr eigenes Stärkenprofil zu entdecken.

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